Das Klassenzimmer auf dem Diakonie Landgut Holzdorf ist ein neuer Lernort. Das feste Gebäude steht auf dem Land in der Nähe von Weimar. Es ersetzt heute Klassenräume aus Containern. Das Gebäude ergänzt die Angebote zur Bildung auf dem Landgut. Hier lernen Jugendliche und Erwachsene. Sie können sich weiterbilden und neue Fähigkeiten erwerben.
Das Gebäude ist etwas Besonderes. Die Wände bestehen aus Strohballen. Sie tragen auch das Gewicht des Hauses ganz ohne Stützen aus Holz. Das Stroh schützt aber auch vor Kälte und Hitze. Für den Bau wurden viele natürliche Materialien verwendet. Sie schonen die Umwelt und können später gut wiederverwendet werden. Auch viele Bauteile stammen aus anderen Gebäuden.
Fenster und Türen wurden aufgearbeitet und wieder eingebaut. So konnten wertvolle Materialien weiter genutzt werden. Oder sie kommen zurück in die Natur. Das Gebäude steht auf einem Bett aus Schotter. So bleibt der Boden weitgehend erhalten. Viele Menschen haben am Bau mitgearbeitet. Dazu gehören unter anderem Fachleute und Menschen aus sozialen Einrichtungen.
Sie haben alle gemeinsam geplant, gebaut und voneinander gelernt. Das Klassenzimmer ist auch ein Forschungsprojekt. Fachleute untersuchen das Gebäude. Sie prüfen zum Beispiel das Raumklima und das Verhalten der Baustoffe. Und sie prüfen die Feuchtigkeit in den Wänden. Sie beobachten das Gebäude über viele Jahre. So können andere auch später von den Erfahrungen lernen.
Die Jury hat das Projekt bewertet: Gutes Bauen geht auch ohne viele technische Lösungen. Man kann gut erkennen: Natürliche Materialien können viel leisten.
Die Jury verglich zwei Bauarten für Übergangslösungen: Container aus Stahl oder ein Haus aus natürlichen Materialien. Das S T R O H ballen Klassenzimmer überzeugte die Jury. Alte Bauteile bekommen ein neues Leben. Das spart Rohstoffe und schützt die Umwelt. Das Klassenzimmer ist ein guter Ort zum Lernen. Es ist hell, ruhig und angenehm. Es zeigt, wie einfaches und nachhaltiges Bauen gelingen kann. Es macht den Gedanken der Wiederverwendung für alle Menschen sichtbar und erlebbar.
Bei der Abstimmung des Publikums erhielt das Projekt die meisten Stimmen und wurde daher zusätzlich mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.





