Entscheidung: Jurypreise und Publikumspreis
Wenn Baukultur gelingt, fällt dies nicht nur der Fachwelt auf, sondern wird zugleich von vielen Menschen wahrgenommen und getragen. Der Thüringer Staatspreis für Baukultur macht beide Perspektiven sichtbar. Ergänzend zu den Jurypreisen (Entscheidung der Fachjury) wird daher auch ein Publikumspreis (Ergebnis eines Publikumsvotings) verliehen. Für die Jurypreise stellt das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur ein Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro zur Verfügung, dessen Aufteilung durch die Jury erfolgt. Der Publikumspreis ist mit 2.500 Euro dotiert.
Jurypreise (Fachjury)
Über die Auszeichnung der Projekte und die Vergabe des Thüringer Staatspreises für Baukultur 2026 entscheidet eine unabhängige, interdisziplinär besetzte Fachjury. Grundlage der Juryentscheidung sind die acht Kriterien des Davos Qualitätssystems für Baukultur. Feste Gewichtungen einzelner Kriterien sind dabei nicht vorgegeben. Entscheidend ist die Gesamtqualität eines Projekts im Zusammenspiel aller Kriterien oder seine besondere Stärke in einzelnen Aspekten.
Beiträge, die den integrativen Charakter von Baukultur in besonderer Weise ausdrücken, können den „Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026“ erhalten. Die Anzahl der auszuzeichnenden Projekte ist nicht vorab festgelegt. Die Jury entscheidet, welche Projekte ausgezeichnet werden und wie das zur Verfügung stehende Preisgeld von insgesamt 25.000 Euro aufgeteilt wird.
Die Entscheidung der Jury ist endgültig und wird schriftlich begründet.
Publikumspreis (Publikumsvoting)
Der Publikumspreis gibt der Öffentlichkeit eine eigene Stimme. Zur Abstimmung für den Publikumspreis werden die Einreichungen stehen, die zur engeren Wahl der Jury zählen (Nominierte/Shortlist).
Im Publikumsvoting können Interessierte die Projekte der Shortlist kennenlernen und ihre Stimme für ein Projekt abgeben. Das Gewinnerprojekt des Publikumsvotings erhält den mit 2.500 Euro dotierten Publikumspreis.
Das jeweilige Preisgeld wird projektbezogen vergeben und ist von dem bzw. den Einreichenden nach eigenem Ermessen unter den Projektbeteiligten aufzuteilen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Jury

Dr. Heinrich Bökamp
Dr.-Ing. Heinrich Bökamp ist Prüfingenieur für Baustatik sowie staatlich anerkannter und öffentlich bestellter Sachverständiger im Bauwesen. Seit 2009 ist er Präsident der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen. Er studierte Bauingenieurwesen an der RWTH Aachen, promovierte 1991 und schloss 2016 ein Masterstudium in Philosophie, Politik und Wirtschaft an der LMU München ab. Seit 2004 leitet er die Ingenieurgesellschaft Thomas & Bökamp in Münster als geschäftsführender Gesellschafter.

Elmar Dräger
Elmar Dräger studierte an der TU Bergakademie Freiberg. Ende 1994 gründete er die „geotechnik heiligenstadt gmbh“. Seit 1995 ist er als Beratender Ingenieur bei der Ingenieurkammer Thüringen eingetragen; 2001 wurde er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger. Ab 2009 engagierte er sich als Mitgliedervertreter der Ingenieurkammer Thüringen, wurde 2011 in den Vorstand und 2013 zum Präsidenten gewählt.

Katja Fischer
Katja Fischer ist Architektin und seit 2024 geschäftsführende Vorständin der Stiftung Baukultur Thüringen.

Prof. Nanni Grau
Nanni Grau führt seit 2005 gemeinsam mit Frank Schönert das Büro Hütten & Paläste, das sich mit architektonischen Konzepten der Umnutzung von bestehenden Strukturen, Gebäuden und Quartieren auseinandersetzt. Seit 2024 ist sie Professorin des Fachgebiets Architektur der Transformation an der TU Berlin, von 2021-2024 war sie Professorin an der Hochschule München, 2017-18 Gastprofessorin für Formen partizipativer Stadtentwicklung an der Uni Kassel.

Ines M. Jauck
Architektin mit fast 30-jähriger Berufserfahrung in allen Leistungsphasen mit Schwerpunkt in der baulichen Umsetzung von Planungen; seit vielen Jahren berufspolitisch engagiert und seit 2023 Präsidentin der Architektenkammer Thüringen.

Dr. Tobias J. Knoblich
Dr. Tobias J. Knoblich ist Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur. Zuvor war er als Kulturwissenschaftler sowie als Kulturdirektor und Beigeordneter für Kultur, Stadtentwicklung und Welterbe der Landeshauptstadt Erfurt tätig.

Sigrun Langner
Sigrun Langner ist Landschaftsarchitektin und Professorin für Landschaftsarchitektur und -planung an der Bauhaus-Universität Weimar.
Seit 2003 ist sie Partnerin im Büro Station C23 - Architekten und Landschaftsarchitekten in Leipzig.

Alexander Pötzsch
Alexander Pötzsch studierte Architektur an der TU Dresden und der KTH Stockholm. Seit seinem Diplom im Jahr 2003 arbeitet er als Architekt in allen Leistungsphasen mit Fokus auf Bestandsgebäude und Denkmäler und deren Transformation. Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagiert sich Alexander ehrenamtlich für die Vermittlung von Architektur und Baukultur. Seit September 2025 ist er Präsident des Bund Deutscher Architektinnen und Architekten BDA.

Antje Simon
Seit 2011 arbeitet Antje Simon als Professorin für Ingenieurholzbau an der Fachrichtung Bauingenieurwesen der Fachhochschule Erfurt in Lehre und Forschung. An der Bauhaus-Universität Weimar studierte sie Bauingenieurwesen und promovierte zum Holz-Beton-Verbundbrückenbau. Sie verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung als Projektleiterin in der Planung und Ausführung von Ingenieurbauwerken.
Auszeichnung
Mit der Auszeichnung ist neben dem Preisgeld insbesondere öffentliche Anerkennung verbunden. Gewürdigt wird die gemeinschaftliche Leistung hinter einem Projekt: Planer:innen (Architektur, Stadtplanung und Ingenieurwesen) ebenso wie Auftraggebende bzw. Bauherr:innen sowie weitere maßgeblich Beteiligte, deren Engagement den Erfolg eines Projekts wesentlich mitbestimmt.
Für Preisträgerprojekte sind insbesondere vorgesehen:
- individuelles Feedback durch die Jury für die Jurypreise
- Porträts der prämierten Projekte auf den Webseiten und in den sozialen Medien des Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur und der Kooperationspartner sowie in der Broschüre zum Staatspreis
- begleitende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (ggf. mit Medienpartnern)
- ein professioneller Film zum Projekt und zu den beteiligten Partnern für die Jurypreise
- Verleihung eines Preisobjektes für den oder die Staatspreise im Rahmen der Preisverleihung
- Plakette zur Anbringung am prämierten Objekt für die Jurypreise
- Urkunde
- die Möglichkeit zur Labelnutzung („Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026“)
- Nutzungsrechte für Text-, Bild- und Videomaterial der Preisverleihung
- weitere mediale Präsentation durch das Thüringer Ministerium für Digitales und Infrastruktur und die Kooperationspartner
Die Preisverleihung und die Übergabe der Auszeichnungen erfolgen voraussichtlich am 3. September 2026 durch den Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung.
