Stilisiertes Preisobjekt des Thüringer Staatspreises für Baukultur

Thüringer Staatspreis für Baukultur 2020/2021

horizonte

Medaille für Baukultur · Kategorie Analoge und digitale Medien der Vermittlung

Ein Zusammenschluss von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar sorgt dafür, dass Architektur im Gespräch bleibt. Die 1992 gegründete Initiative horizonte organisiert eine Vortragsreihe und gibt einmal im Semester ein Magazin heraus. So wie die Studierenden selbst aus unterschiedlichen Fachbereichen kommen (Architektur, Urbanistik, Medienkunst und Visuelle Kommunikation), so verschieden sind auch die geladenen Gäste. Unter ihnen sind bekannte Architekt:innen, Expert:innen verschiedener Gebiete sowie Newcomer:innen mit frischen Ideen. Gemeinsam mit anderen Interessierten diskutieren sie über fortschrittliche Lösungsansätze für aktuelle gesellschaftliche Probleme.

Das begleitende Magazin zeigt Arbeiten aus Architektur, Kunst und Design der Gegenwart. Das Magazin entsteht in der Druckwerkstatt der Universität. Architektur wird schon immer von theoretischen Überlegungen begleitet. Die Studierenden von horizonte laden dazu ein, ins Gespräch zu kommen und offen für neue Lösungen zu bleiben. Die studentische Initiative horizonte kann auf fast 550 ehrenamtlich organisierte Vorträge in rund 30 Jahren zurückblicken. Die Vortragsreihe setzt die historische Bauhaus-Tradition fort, indem sie den Austausch zwischen verschiedenen Disziplinen fördert.

Mit der „Medaille für Baukultur“ in der Kategorie Medien der Vermittlung möchte die Jury das hohe ehrenamtliche Engagement der Studierenden und ihre Offenheit für neue Denkweisen würdigen.

Projektbeschreibung

Die Architektur ist seit jeher in einen Diskurs eingebettet. In diesem Austausch werden konstant Ideen generiert, revidiert, überdacht und neu geordnet. Diesem Projekt des Perspektivwechsels verschreibt sich im Rahmen eines diskursiven Austausches seit 1992 die studentisch organisierte Initiative horizonte an der Bauhaus-Universität – mit ihrer Vortragsreihe und dem semesterweise erscheinenden Magazin. Im Sinne einer Werkschau von Architektur, Kunst und Design werden Theorien, Objekte und Berichte präsentiert. Dabei bindet horizonte kein architektonisches Programm, sondern allein die Suche nach Neuem und die Freude an der Diskussion des Aktuellen. In der Vortragsreihe sowie im Magazin knüpft horizonte zunächst an die Tradition des historischen Bauhauses an. Es teilt seine progressiven Ambitionen und verschreibt sich dem internationalen Denken. Dieses seit jeher progressive Selbstverständnis übersetzt horizonte in das 21. Jahrhundert und bespricht demnach aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen unter dem Fokus auf Architektur, Design und Urbanistik. horizonte öffnet sich unkonventionellen Fragen sowie unkonventionellen Antworten und bespricht diese im offenen Dialog. Zu den Gästen der Veranstaltungen zählen sowohl namhafte Koryphäen der Architektur, interdisziplinäre Expert:innen, aber dezidiert auch Newcomer, die mit überraschenden Ansätzen auf sich aufmerksam gemacht haben.

Diese Kombination erlaubt es, aktuelle Diskussionslinien multiperspektivisch zu erfassen und von einer vielseitigen Problembetrachtung ansetzend, gemeinschaftlich über Lösungsansätze nachzudenken. Wir sind ein interdisziplinäres Team von Studierenden aus den Bereichen Architektur, Urbanistik, Medienkunst und Visueller Kommunikation und greifen bei unseren Aktivitäten auf ein lokales Netzwerk in Weimar zurück. Wir richten uns an all die, die nach draußen blicken wollen, an jene, die die Ausblicke kennen und das Innere reflektieren möchten und an die, denen ein Blick aufs Plakat genügt.

horizonte

Beteiligte
Mitwirkende der Initiative horizonte aus Architektur und Urbanistik sowie Kunst und Gestaltung an der Bauhaus-Universität Weimar

Projektzeitraum
seit 01/1996

Magazin
HORIZONTE - Zeitschrift für Architekturdiskurs
Marienstraße 18
99423 Weimar
Thüringen

Webseite
www.horizonte-weimar.de

  • Diskurs zu Architektur und Theorie
  • Werkstattformate, Vorträge, Publikationen, open source
  • Magazin

Urteil der Jury

horizonte – Vortragsreihe
ist eine der ältesten, studentischen Initiativen an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie wurde 1992 als Vortragsreihe für Architektur, Kunst und Design gegründet und kann heute – 29 Jahre später – auf fast 550 Vorträge zurückschauen. Ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal ist die eigenständige Organisation und Themensetzung aus studentischer Hand, agierend im Range einer offiziellen Vortragsreihe an der Fakultät Architektur und Urbanistik.

Mit diesem „Status“ gelang es auch große Namen nach Weimar zu holen, so Alejandro Aravena, Frei Otto, Lacaton Vassal, MVRDV, Peter Märkli, Renato Rizzi, Luigi Snozzi, Rob Krier, UN Studio, OMA, Alberto Campo Baeza, Dogma und viele weitere nationale wie internationale Botschafter von Baukultur. Die Initiative eröffnet neue Perspektiven, schafft Raum für einen Diskurs zwischen Studium und Praxis und fördert die Entstehung von dem, das man in der Architektur gerne als Haltung umschreibt. Über studentische Generationen hinweg gelang es den ehrenamtlich Agierenden ein gutes Gespür zu entwickeln, Modernität stets aufs Neue zu suchen und nach Weimar einzuladen. horizonte – Magazin für Architekturdiskurs entsteht seit 2010 in enger Kooperation mit Studierenden aus Gestaltung und Medien in der Druckwerkstatt der Bauhaus-Universität Weimar. Es erscheint semesterweise mit wechselnden thematischen Schwerpunkten.

In diesem Zusammenhang darf erwähnt werden, dass viele Ehemalige über ihr ehrenamtliches Engagement bei horizonte ihren ganz persönlichen Zugang zu Forschung und Lehre fanden. Ein Nachwuchsmodell, das Schule macht!