Thüringer Staatspreis für Baukultur 2026

Forschungsneubau für das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena

Engere Wahl

Projektbeschreibung

Der Forschungsneubau für das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF ergänzt den Beutenberg-Campus in Jena um spezialisierte Flächen für Optik, Quantentechnologien, Raumfahrt und sichere Kommunikation. In Hanglage über dem Saaletal führt der Solitär das Institutsensemble fort. Der Entwurf von heinlewischer ordnet sehr unterschiedliche Forschungsbedingungen in einer klaren, dauerhaft
nutzbaren Struktur.

Die innere Organisation erklärt die äußere Form. Zwei übereinander gestapelte Versuchshallen mit Kranbahnen bilden das technische Zentrum; schwingungssensible Bereiche wurden direkt auf dem Fels gegründet. Reinräume mit Schleusen, Dunkellabore für künstliche optische Strahlung, Labore mit Tageslicht, Besprechungsräume und offene Büroflächen sind so angeordnet, dass sich für Forschung, Auswertung, Austausch und große Anlagen kurze, kontrollierbare Wege ergeben. Die Astrokuppel auf dem Dach ergänzt das Gebäude um einen Ort für Satellitenkommunikation. Was auf den Bildern nur begrenzt sichtbar wird, ist die konstruktive Präzision hinter dieser Ordnung. Wegen der Anforderungen an Stabilität und Schwingungsfreiheit wurde der Bau als Massivbau aus Beton realisiert; Kunststoff-Hohlkörper in weit spannenden Decken reduzieren den Materialeinsatz bei gleicher Tragfähigkeit. Sichtbeton, Epoxidharzböden und Raum-in-Raum-Systeme in den Reinräumen sind auf Dauerhaftigkeit, Wartbarkeit und spätere Anpassungen ausgelegt.
Die dunkelblaue Metallfassade nimmt die Farbigkeit der Nachbarbauten auf
und verweist mit ihrer präzisen Oberfläche auf Licht, Wellenlängen und technische Genauigkeit.

Auch der Freiraum folgt dieser Logik. Terrassierungen aus geschichtetem Bruchsteinmauerwerk fangen die Topografie ab, schaffen Aufenthaltsorte und öffnen Blicke ins Saaletal. Regenrückhaltung, Trockenmauern, erhaltener Baumbestand und robuste Pflanzungen verbinden Betriebssicherheit mit ökologischer Qualität. Getragen wurde das Projekt durch ein transparentes Vergabeverfahren, früh definierte Nutzeranforderungen und die Begleitung durch den Jenaer Baukunstbeirat. So entsteht ein Forschungsbau, dessen Qualität in technischer Leistungsfähigkeit, räumlicher Lesbarkeit, Anpassungsfähigkeit und Verankerung im Wissenschaftscampus liegt.

Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
Albert-Einstein-Straße 7
07745 Jena

Beteiligte

  • Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V.
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF
  • heinlewischer Partnerschaft freier Architekten mbB
  • Rehwaldt Landschaftsarchitekten
  • ISP-Scholz Beratende Ingenieure AG
  • Beirat für Baukunst, Stadtgestaltung und Denkmalpflege
  • Sebastian Kuhn

Neubau

Fertigstellung
2024